Sonntag, 29. August 2010

Rezension: "Madison Avery - Totgeküsste leben länger" von Kim Harrison

Produktinformationen:
Originaltitel: Once dead, twice shy
Autor: Kim Harrison
Verlag: Loewe Verlag
Serie: Madison Avery (Teil 1)
Format: kartoniert
Seiten: 293 Seiten
ISBN: 378-557-141-0
Preis: 12,90€ [D]; 13,30€ [A]

Cover © Loewe Verlag

Inhalt:
Seit Madison Avery vom schwarzen Todesengel Kairos ermordert wurde, fristet sie ein Dasein als Tote. Nur durch das Amulett, dass sie Kairos gestohlen hat, kann sie sich selbst eine Illusion ihres Körpers schaffen, denn ihren eigenen, hat ihr Mörder.

Seitdem wird sie durch den weißen Todesengel Barnabas behütet, der ihre Ermordung eigentlich verhindern sollte.
Als Madison ihn auf eine Mission begleitet, in dem er einen Jugendlichen vor seiner Vollstreckung retten soll, trifft sie jedoch auf den schwarzen Todesengel Nakita, die Madisons Amulett sieht und es sofort als das von Kairos identifiziert.

Barnabas befürchtet, dass sich Kairos nun auf die Suche nach Madison macht und kontaktiert seinen Vorgesetzten, den weißen Zeitwächter Ron. Er stellt Madison das Schutzengelchen Grace zur Seite, die ihren Schützling fortan behüten soll.

Doch Grace bekommt prompt einen weiteren, unfreiwilligen Schützling, denn Madisons Freund Josh gerät zwischen die Fronten. Kairos versucht durch ihn an Madison heranzukommen und sie fragt sich immer mehr, was die schwarzen Todesengel eigentlich von ihr wollen.
Das alles eher weniger mit Kairos‘ Amulett als mit dem, was Madison in Wirklichkeit ist, zu tun hat, hat allerdings niemand erwartet ...

Rezension:
„Madison Avery – Totgeküsste leben länger“ ist definitiv ein Buch bei dem das Gesamtpaket stimmt.
Es fängt bereits beim Cover an, das einfach atemberaubend schön ist und die Atmosphäre des Buches gut wiederspiegelt. Außerdem ist die Qualität für ein Taschenbuch wirklich sehr gut. Man kann es biegen und wenden, wie man will, es knickt nicht.

Sofort nach Lesebeginn fiel mir der lockere Schreibstil auf, der Madisons Charakter gut ergänzt. Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, bekommt man so einen guten Eindruck, wie sie sich ausdrückt und die Welt um sich herum betrachtet.
Dabei war besonders Madisons Ansicht zum Tod immer wieder interessant.

Was die Handlung betrifft, bin ich sehr angetan von der Idee, die dahinter steckt. Schwarze und Weiße Todesengel, die ihre Macht aus einem Amulett schöpfen und Boten des Schicksals spielen.
Und Madison, die von allen sowieso schon für völlig verrückt gehalten wird, gerät zwischen die Fronten und mischt den Himmel gehörig auf.

Spannend wird es vor allem durch die Frage, warum Kairos Madison tot sehen wollte. Was hat er davon? Normalerweise werden nur Menschen getötet, die davor sind, schlechtes zu tun, doch Madison hatte nichts in dieser Richtugng vor.
Die Handlung ist sehr rätselhaft und man weiß nie, wie es weitergeht und was als nächstes passiert.
Es gibt sehr viel zu entdecken und auch wenn es zwischendurch ein paar Tiefpunkte gibt, in denen man denkt, dass die Autorin nicht wirklich wusste, was sie nun mit ihrer Idee anfangen sollte, ist das von ihr geschaffene Universum liebevoll und nachvollziehbar insziniert.

Dies dürfte zum größen Teil an den Charakteren liegen, die allesamt ihre amüsanten Eigenarten haben und einen sehr gut unterhalten.
Besonders Madison und Barnabas haben es mir stark angetan. Sie sind einfach so verschieden, dass sie immer wieder aneinandergeraten.
Madison hat ihren ganz eigenen Kopf und versucht den auch durchzusetzen, was Barnabas gar nicht in den Kram passt, da er schließlich seine misslungene Lebensrettung wieder gut machen will. Das Madison seine Missionen jedoch immer wieder zum scheitern verurteilt, sorgt für jede Menge Streit.

Die heimliche Heldin der Geschicht ist jedoch Grace, der kleine Schutzengel. Sie muss nicht nur Madison beschützen sondern auch ihren Freund und hat so jede Menge zu tun.
Eigentlich ist sie nichtmal qualifiziert Madison alleine zu beschützen, doch dafür macht sie einen guten Job.
Allerdings bringt sie ihre Schützlinge immer wieder in Rage, indem in den unpassendsten Momenten ein Liedchen zu der Situation anstimmt.

Was die Bösewichte betrifft, hat man eine gute Vorstellung davon, wie zum Beispiel Kairos‘ Untergebener schwarzer Todesengel Nakita aussieht. Selbstverständlich bildhübsch ist sie mindestens doppelt so tödlich.
Leider erfährt man nicht allzu viel über die Vergangenheit beiden und teilweise hätten sie ruhig ein wenig diabolischer sein könne, doch im großen und ganzen haben sie im wahrsten Sinne des Wortes einen guten Job gemacht.

Fazit:
Das Buch besticht vor allem durch eine amüsante Handlung und eine quirlige Protagonistin.
Die Idee wurde gut umgesetzt und gefällt mir wirklich sehr gut. Ich freue mich schon sehr auf eine Fortsetzung und bin wirklich gespannt, was für lustige Geschichten die Autorin noch über Madison Avery parat hat.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Donnerstag, 26. August 2010

Gebunden vs. Taschenbuch Cover: Die Sturmkönige - Dschinnland

Sowohl das Taschenbuchcover (links), als auch das Cover der gebundenen Ausgabe (rechts) finde ich sehr schön.

Obwohl ich nicht ganz verstehe wieso Sabatea auf der Taschenbuchausgabe so in den Vordergrund gerückt wird, ist es grafisch wirklich sehr gelungen.

Die gebundene Ausgabe vermittelt dieses "1000 und 1 Nacht" Feeling einfach sehr schön, weshalb auch diese Ausgabe sehr gerne mag.

Hardcover & TB Cover © Bastei Lübbe

Samstag, 21. August 2010

Rezension: "Die Organisation - Lillys Schweigen" von Annika Sylvia Weber

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Annika Sylvia Weber
Verlag: Heyne Verlag
Serie: Die Organisation (Band 1)
Format: kartoniert
Seiten: 448 Seiten
ISBN: 345-352-664-3
Preis: 8,95€ [D]; 9,20€ [A]

Cover © Heyne Verlag

Inhalt:
Lilly ist als Jägerin auf den Straßen Hannovers unterwegs, um diese von den bösen Kreaturen zu befreien. Ihre Aufträge hat sie immer gründlich und zu vollster Zufriedenheit der Organisation erledigt, doch als sie auf das verlassene Wolfen Kind Selina stößt, bringt sie es nicht übers Herz, es zu töten und gibt ihm ein neues Zuhause.

In der Organisation wird Selina selber zur Jägerin ausgebildet, ungeahnt dessen, über welche Kräfte sie verfügt.
Als sie jedoch auf das unsterbliche und mächtige Orakel Fabian Kurze trifft, spielt dieser das Mädchen gegen die Organisation und besonders gegen Lilly aus.

Zwiegespalten, wem sie vertrauen kann, schließt Selina sich dem machthungrigen Zauberer Kimaris an, der die Organisation um jeden Preis vernichten will ...

Nur wenn Lilly und ihre Kollegen zusammenhalten, können sie gegen ihre Feinde bestehen. Doch die Angst, nochmal verraten zu werden ist groß ...

Rezension:
„Die Organisation – Lillys Schweigen“ ist ein deutscher Urban-Fantasy Roman, der es in das Finale des Heyne Wettbewerbs „Schreiben Sie einen magischen Bestseller!“ geschafft hat.
Es besticht vor allem durch einen anspruchsvollen Schreibstil und einer originellen Idee.

Die Handlung spielt in Hannover, was an sich mal was Neues ist, besonders, da sich Urban-Fantay zumeist in den Vereinigten Staaten abspielt.
Leider gab es nicht so viele Schauplatzbeschreibungen, was die Atmosphäre ein wenig beeinträchtigt.
Diese ist insgesamt sehr zwielichtig, da man zusammen mit der Organisation die dunklen Seiten der Gesellschaft erkundet und als Leser den ein oder anderen blutigen Kampf miterlebt.

Im Vordergrund steht dabei auch Verrat und Vertrauen, da besonders Lilly sich konstant damit auseinandersetzen muss.
Nach einer Weile kann man selbst als Leser nicht mehr beurteilen, wem Lilly vertrauen kann und wem nicht. Die Charaktere sind in dieser Hinsicht ziemlich undurchsichtig, sodass es spannend bleibt, wie sie sich entwickeln und für welche Seite sie sich entscheiden.

Die Spannung steigert sich im Laufe des Buches. Am Anfang erfolgt eher eine Übersicht der Gesamtlage, was fast schon wie eine Einleitung wirkt, bevor man es mit dem großen Konflikt zu tun bekommt.
Man muss sich einfach einlesen und findet so nach einer Weile wirklich Gefallen an der Geschichte und auch den Charakteren.

Diese sind leider ein wenig oberflächlich beschrieben. Anfangs bekommt man noch Andeutungen zu der schwierigen Vergangenheit von Lilly, die später jedoch nicht mehr fortgeführt wird.
Außerdem konnte ich mir keine richtige Vorstellung vom Aussehen der Charaktere machen. Auch hier werden nur Andeutungen gemacht.

Gut ausgearbeitet ist jedoch Lillys persönlicher Konflikt mit Kimaris. Dieses hat sie als Person stark geprägt, was beim Lesen auch deutlich wird.
Insgesamt fand ich besonders ihre toughe Art sehr interessant, doch schnell wird ihre Schwachstelle klar, die ausgerechnet Selina ist.

Durch ihre Vergangenheit hängt Lilly sehr an Selina, was ihren Verrat natürlich um einiges tragischer gestaltet.
Diese ist jedoch völlig geblendet durch die vermeintliche Ersatzfamilie, die Kimaris und das Orakel ihr bieten wollen.

Besonders Kimaris ist ein Antagonist, der sich gewaschen hat. Er ist grausam, intrigant und machthungrig.
Das Orakel hingegen, welches noch ein Kind ist, erinnert stark an eine Horrofilmfigur. Sehr bizarr und gleichzeitig furcheinflößend. Ein Kind mit einer dunklen Seele.

Was die Jäger der Organisation betrifft, erscheinen diese zunächst, als ein Haufen harter Typen, die jedoch bald ihre weiche Seite zeigen.
Besonders als sie alle verloren zu sein scheinen, bekommen alle ein wenig mehr Tiefgang, jedoch nur auf der Gefühlsebene.
Besonders gut gefallen hat mir aber der Mentor der Organisationsjäger Dr. Ofus. Mit seiner weisen und ruhigen Art hat er mich stark an Charles Xavier aus den X-Men Filmen erinnert. In dieser Hinsicht, sind es wohl eher die Handlungen, die den Charakteren eine Gestalt verleiht.

Fazit:
Anfangs konnte mich das Buch noch nicht so stark fesseln, doch sobald man sich erstmal eingelesen hat, findet man schnell Gefallen daran.
Besonders die Idee hat wirklich Potenzial, was mein Problem mit den Charakteren nach einiger Zeit dann auch in den Hintergrund gerückt hat.
Auch wenn ich teilweise das Gefühl hatte, dass an einigen Ecken etwas fehlte, bietet das Buch gute Unterhaltung und ist ein gelungener Debütroman.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Montag, 16. August 2010

Rezension: "Sixteen Moons - Eine unsterbliche Liebe" von Kami Garcia und Margaret Stohl

Produktinformationen:
Originaltitel: Beautiful Creatures
Autor: Kami Garcia & Margaret Stohl
Verlag: cbj Verlag
Serie: Caster Chroniken (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 544 Seiten
ISBN: 978-3-570-13828-1
Preis: 18,95€ [D]; 19,50€ [A]

Cover © cbj

Website der Reihe:
http://www.sixteenmoons.de/

Inhalt:
Immer wieder träumt Ethan Wate von einem Mädchen. Er will sie beschützen, ihr Leben retten, doch jedes Mal werden die beiden voneinander getrennt.
Und dann tritt plötzlich Lena Duchannes in sein Leben, das Mädchen, dass bei ihrem abgeschottet lebenden Onkel Macon Ravenwood wohnt und deswegen von vornherein an der Schule als Außenseiterin behandelt wird.
Das Mädchen, von dem Ethan Nacht für Nacht träumt ...

Seit er sie das erste Mal gesehen hat, fühlt er sich unweigerlich zu ihr hingezogen und verteidigt sie gegen die Spottattacken seiner vermeintlich coolen Freunde.
Und egal welchen Weg Ethan von da an einschlägt, er führt ihn immer wieder zu Lena, die ein gefährliches Geheimnis zu hüten scheint.

Dennoch kann er sich einfach nicht von dem Mädchen fernhalten, dass Fenster und Lampen zerspringen lassen kann, ohne sie zu berühren.
Das Schicksal nimmt seinen Lauf, als er und Lena auf dem Nachbargrundstück der Ravenwoods ein antikes Medaillon finden.
Es beschehrt den beiden eine Vision aus der Vergangenheit, die zu Zeiten des Bürgerkrieges 1865 spielt. Genauer gesagt, am 11. Februar, Lenas Geburtstag. Der Tag, an dem Lenas Familie und auch ihre Liebe auf ewig verflucht wurden ...

Denn an ihren sechzehnten Geburstag wird sich Lenas Schicksal entscheiden. Das Schicksal, zu dem alle Caster der Familie Duchannes verdammt wurden.
Sie wird berufen, zu einer Dunklen oder zu einer Lichten Hexe.

Die Liebe zu Ethan scheint unmöglicher denn je und doch ist sie das Einzige, was Lena die Angst vor ihrem Schicksal nimmt, auch wenn dies für beide ein schlechtes Ende nehmen könnte ...

Buchtrailer: © RandomHouse


Meine Meinung:
„Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe“ war für mich Liebe von der ersten Seite an. Genau wie Twilight oder Harry Potter hat es diesen ganz bestimmten Faktor, der den Leser an dieses Buch fesselt und ein einzigartiges Gefühl in ihm auslöst.

Es fing bereits damit an, als ich gemerkt habe, dass das Buch nicht wie sonst üblich aus der Sicht eines Mädchens, sondern aus der Sicht eines Jungen, Ethan Wate, geschrieben ist.
Er erzählt alles aus seiner Perspektive, aber auf sehr humorvolle Art und Weise, sodass man ihn von Anfang an sympathisch findet.
Auch wenn ich bezweifle, dass ein Teenager gerne einen Nachmittag bei seinen Großtanten verbringt, ist er ein Charakter, dessen Gefühle authentisch und nicht übertrieben oder unwirklich erscheinen.
Besonders diese Faszination, die er für Lena empfindet, kam sehr gut rüber beim Lesen. Die Autorinnen haben einfach ein Talent dafür, dem Leser die Gefühle der Protagonisten fühlen zu lassen und ihn damit zu fesseln.

Insgesamt hat das Buch einen Schreibstil, der es einfach auf den Punkt bringt. Die Atmosphäre und Umgebung, die Charaktere und deren Gefühle werden so beschrieben, dass man sich alles bildlicht im Kopf vorstellen kann, wie ein Film. Das Buch ist wirklich eine nahezu perfekte Gesamtinszenierung, die auf ganzer Linie überzeugt.

Durch die mystische Atmosphäre wird fast schon von selbst eine ganze Menge an Spannung ausgelöst, die sich bis zum Ende des Buches immer weiter steigert und in einem filmreifen Showdown endet.
Zusätzlich wurden zwischendurch immer wieder Flashbacks in Form von Visionen eingebaut. So lernt man den Ursprung des Caster Fluches kennen, jedoch nur nach und nach, was immer zu den aktuellen Ereignissen der Handlung passt.
Auch dies ist ein Punkt, der bemerkenswert ist, denn die Handlung erscheint in sich einfach stimmig. Flashbacks kommen zur rechten Zeit, Geheimnisse werden zur richtigen Zeit offenbart und neue Mysterien tauchen im richtigen Moment auf.

Was das Buch aber letzten Endes zu sowas Besonderem macht, sind die Charaktere. Und damit meine ich Protagonisten, Antagonisten und Nebencharaktere. Alle wie sie da sind.
Jeder fügt seinen Teil zur Geschichte hinzu.
Ein Beispiel für die Nebencharaktere wären die bereits erwähnten drei Großtanten, die zwar ein wenig verwirrt erscheinen, aber dennoch immer versteckte Hinweise geben, nur dass man nicht weiß, ob das Absicht ist oder nicht.

Und dann wäre da natürlich Lena und ihre magische Caster Familie. Eine Zaubererfamilie scheint auf dem ersten Blick nun nichts Neues zu sein. Doch hier zeigen Margaret Stohl und Kami Garcia, dass sie die Bezeichnung „Autor“ wirklich verdient haben, denn sie machen sich das Thema einfach zu eigen und bilden daraus, etwas Neues und Einzigartiges, mit einer eigenen Vergangenheit.

Vielerlei Dinge werden erst auf den letzen Seiten aufgelöst, so wie auch das Rätsel um Lenas Onkel Macon, der die ganze Zeit mehr zwielichtig als wie ein Beschützer für sie wirkt.
Auch wenn er abgeschottet lebt, sorgt er dennoch für den ein oder anderen filmreifen Überraschungsauftritt in der Stadt, um Lena zu helfen.

Ein weiterer unterstützender Charakter ist Ethans Hausmädchen Amma, die ihn nach dem Tod seiner Mutter aufgezogen hat.
Lena und Ethan finden heraus, dass sie etwas wichtiges mit Macon verbindet, auch wenn die ganze Zeit klar ist, dass sie etwas verbirgt.
Ihre Mysterien haben die Autorinnen aber so gut verschleiert, dass man wirklich nicht auf die Lösung der Geheimniskrämerei kommen kann.

Es gipfelt jedoch immer wieder in der selben Absicht: Nicht zu viel verraten um Lena zu schützen. Und als man dann erfährt, wovor man Lena beschützen muss, ist es fast wie ein Schock.
Der große „Oh-mein-Gott-Moment“ auf den man in vielen Büchern vergebens wartet.
Als wäre es nicht schlimm genug, dass das Schicksal sie nach ihrem Geburtstag in eine dunkle oder lichte Hexe verwandelt, tun sich auch noch Abgründe in der Familie auf.

Ethan lässt sie jedoch mit keiner Sorge alleine und steht ihr bis zum bitteren Ende bei.
Man weiß einfach, dass die beiden füreinander bestimmt sind, auch wenn ein Fluch auf den Duchannes lastet, wodurch es nur ein blutiges Ende geben kann.
Ihre ganze Beziehung erscheint vollkommen richtig und ist mir beim Lesen wirklich ans Herz gegangen. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach.

Fazit:
Wie schon Twilight oder Harry Potter hat „Sixteen Moons“ das Potenzial, eine Generation zu prägen. Ich hoffe, dass die Folgebände das Niveau halten und vielleicht sogar steigern können und die Autorinnen, dieses Potenzial nicht zunichte machen.
Ich bin maßlos begeistert und kann den Autorinnen nur zu ihrer fabelhaften Idee gratulieren.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Samstag, 14. August 2010

Rezension: "Lamento - Im Bann der Feenkönigin" von Maggie Stiefvater

Produktinformation:
Originaltitel: Lament: The Faerie Queen's Deception
Autor: Maggie Stiefvater
Verlag: Pan Verlag
Serie: -
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 348 Seiten
ISBN: 342-628-310-7
Preis: 14,95€ [D]

Cover © Pan Verlag

Inhalt:
Kurz vor einem Musikauftritt an ihrer Schule lernt Deirdre Monaghan den umwerfenden Luke Dillon kennen, von dem sie schon mehrere Male geträumt hat.
Doch mit seinem Erscheinen werden auch ein paar seltsame Ereignisse ausgelöst. Überall findet Deirdre auf einmal Klee und sie sieht seltsame Schatten.

Luke erklärt ihr, dass sie mittels der Kleeblätter Elfen sehen kann, sich jedoch mit Metall vor ihnen schützen kann. Ihre Großmutter schenkt ihr ihren Metallring, da sie Luke irgendwoher zu kennen scheint und ihre Enkelin schützen möchte.

Zu allem Übel glaubt ihr bester Freund James, hellsehen zu können und entdeckt, dass Deirdre Telepathie beherrscht.
Als Luke davon erfährt wirkt er nicht überrascht und Deirdre fragt sich langsam, wer er wirklich ist und was er ihr alles verheimlicht.

Als die schemenhaften Schatten immer deutlicher für Deirdre werden, erkennt sie dass es wirklich Elfen sind und will von Luke die Wahrheit wissen, warum sie genau zur selben Zeit, wie er aufgetaucht sind.
Doch Luke ist durch einen mächtigen Bann gebunden und seine Geheimnisse zu verraten, würde ihm höllische Schmerzen bereiten.

Währendessen haben die Elfen Deirdres Grandma und James angegriffen und Deirdre liest Lukes Gedanken, um die Wahrheit über ihn und seine Motive zu erfahren.
Dass ihre große Liebe von einem machthungrigen Wesen erpresst wird, hat sie jedoch nicht erwartet, und erst Recht nicht, dass die Elfen mit einem großen Geheimnis ihrer Familie verbunden sind ...

Rezension:
Anfangs war ich noch nicht so begeistert von dem Buch, da ich viele Dinge nicht verstanden habe und auch nicht in einen Zusammenhang bringen konnte.
Doch nach einer Weile hat sich das Buch immer mehr zu seinem Vorteil entwickelt und ich war wie gebannt von der Geschichte.

Lukes plötzliches Auftauchen war anfangs ein wenig verwirrend, da der Sinn dahinter einfach nicht wirklich klar wurde.
Als Deirdre ihn jedoch immer besser kennenlernt und sich auch in ihn verliebt, versteht man nach und nach sein Auftauchen. Als sie letzten Endes lernt, seine Gedanken zu lesen erfährt man von seinem Bann der ihn so fest bindet.
Wirklich romantisch wird es dann, als Luke versucht gegen den Bann anzukämpfen, da er seiner großen Liebe nicht wehtun will und seinen Auftrag verweigert.
Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach und man kann diese einzigartige Beziehung gut nachvollziehen, da die Autorin es schafft, Deirdres Gefühle so zu schildern, dass man denkt, es wären die eigenen.

Was die Elfen betrifft, so hält man sie anfangs eigentlich nur für eine nervige Nebenerscheinung. Als jedoch ihre wahren Motive zum Vorschein kommen, und Deirdres Großmutter und James von ihnen angegriffen werden, merkt man, dass sie nicht zu unterschätzen sind.
Ja, sie sind sogar ungemein gefährlich, wenn nicht sogar tödlich.
Deshalb bleibt es die ganze Zeit spannend, inwiefern Deirdre mit ihnen zu tun hat, was sie von ihr wollen und warum sie sie verfolgen.

In „Lamento“ hat man es mit einer mystischen Welt und mystischen Begebenheiten zu tun, die der Romanze im Buch die Spannung verleihen.
Ein Teil davon sind auch die besonderen Gaben von Deirdre und James. Dass es jedoch ausgerechnet Deirdres Fähigkeiten sind, die den Feind dazu bringt, ihr nachzustellen, wirft weitere Fragen auf, die die Spannung aufrechterhalten.

So geht es eigentlich das ganze Buch lang, dass mal Rätsel gelöst werden, dass jedoch neue Fragen aufkommen.
Es gibt noch einer Reihe weiterer wirklich origineller Dinge, die sich die Autorin hat einfallen lassen, doch diese zu verraten, würde die Spannung wohl um einiges mindern.

Loben muss ich außerdem, welch große Rolle die Autorin der Musik und Poetik zugeschrieben hat. Dies verstärkt zwar das romantische Image, dass Elfen für gewöhnlich haben, doch dass diese dann genau das Gegenteil davon verkörpern, macht das Ganze wieder interessant.
Sowohl Deirdre als auch Luke spielen beide Instrumente und verbringen viel Zeit damit, zusammen zu spielen.
Es ist fast schon wie eine stille Kommunikation zwischen den beiden, fast eine Botschaft die die beiden sich dabei zusenden und beim Lesen ist es einfach wunderschön mitzuerleben, wie sich dies auf die Entwicklung ihrer Beziehung auswirkt.
Natürlich stellt die Musik auch den Anfang ihrer Beziehung dar, da sie sich beim Auftritt in der Schule kennengelernt haben und umso schöner ist es, dass der Showdown im Buch auch wieder genau dort stattfindet.

Man könnte diese Buch sicherlich mit anderen Romanzen im Fantasygenre vergleichen, doch die Autorin hat sich die Geschichte wirklich zu eigen gemacht, wodurch ein unvergleichliches und individuelles Werk entstanden ist.

Fazit:
„Lamento“ ist ein Buch mit vielen fantastischen aber auch romantischen Elementen, die das Buch wirklich lesenswert machen. Die Umsetzung ist gut gelungen, auch wenn ich ein wenig Startschwierigkeiten mit dem Buch hatte.
Im nächsten Elfenband „Ballade“ wird widmet Maggie Stiefvater sich der Geschichte von James und wie er mit dem Elfenreich in Berührung kommt.
Die Idee ist wirklich wunderbar und ich hatte jede Menge Spaß „Lamento“ zu lesen, sodass ich mich schon darauf freue, „Ballade“ zu lesen.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Mittwoch, 11. August 2010

Rezension: "House of Night - Erwählt" von P.C. Cast und Kristin Cast

Produktinformationen:
Originaltitel: Chosen - A House of Night Novel
Autor: P.C. Cast & Kristin Cast
Verlag: Fischer FJB
Serie: House of Night (Band 3)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 442 Seiten
ISBN: 384-142-003-6
Preis: 16,95€ [D]; 17,50€ [A]

Cover © Fischerverlage

Dies ist Band 3 der House of Night Reihe und die Rezension könnte somit gegebenenfalls Spoiler enthalten. Meine Rezension zu Band 1 gibt es HIER und meine Rezension zu Band 2 HIER.

Inhalt:
Nach den furchtbaren Dingen, die ihrer Freundin Stevie Rae passiert sind, versucht Zoey Redbird sie wieder in die normale Vampyrgesellschaft zu integrieren.
Hilfe bekommt sie ausgerechnet von ihrer Rivalin Aphrodite, die die Einzige ist, mit der Zoey ihre Geheimnisse teilen kann. Denn ihre Freunde befinden sich im Visier ihrer Feinde und zuviel zu wissen könnte tödliche Folgen für sie haben ...

Hinzu kommt jedoch, dass Zoey eine entgültige Entscheidung bezüglich ihres Liebeslebens treffen muss, denn ein Liebesquadrat ist alles andere als nützlich im Kampf gegen die dunklen Machenschaften am House of Night. Doch wie soll sie sich gegen die Prägung mit Heath wehren, oder den Charme von ihrem Lehrer Loren Blake? Und wie würde ihr Freund Erik reagieren, wenn er erfährt, dass Zoey Dreigleisig fährt?

Die Dinge scheinen sich von selber zu regeln, als nach und nach Vampyre getötet werden und die Hohepriesterin Neferet die Gottesfürchtigen verdächtigt und ihnen den Kampf ansagt.
Eine Intrige gegen Zoey kommt ins Rollen und sie droht alles zu verlieren, was ihr jemals etwas bedeutet hat ...

Doch die Göttin Nyx hat großes mit ihrer Erwählten vor und verlieht Zoey Kräfte, die ihren Feinden das Fürchten lehren ...

Buchtrailer:


Rezension:
„Erwählt“ ist der dritte Band der „House of Night“ Buchreihe und steht seinen Vorgängern in nichts nach.
Zoey erkennt langsam, dass Nyx sie als etwas Besonderes erwählt hat, muss jedoch zunehmend mit den negativen Seiten dessen kämpfen.
Denn erwählt zu sein, bedeutet sowohl gefürchtet, als auch gehasst zu werden. Um die Geschehnisse auch alle zu verstehen, werden zwischendurch Teile des ersten und zweiten Bandes wiederholt.

Neben dem üblichen Kampf gegen Intrigen muss Zoey Klarheit in ihr Liebesquadrat bringen, dass sich jedoch alles andere als leicht gestaltet. Als Leser kann man ihren Zwiespalt sehr gut verstehen und zwischen ihren Verehrern eine Wahl zu treffen ist wirklich eine wahre Tortur.
Da wäre zum einen Erik Night, ihr Vampyrfreund. Eigentlich ganz charmant, doch in diesem Buch lässt er nach und nach ein paar eher weniger freundliche Charakterzüge durchblitzen, wobei man sich wirklich fragt, ob man ihn in den vorherigen Bänden nicht doch völlig falsch eingeschätzt hat.

Nummer zwei ist Zoeys Menschenfreund Heath, bei dem man jedes mal das Bedürfnis hat, Mitleid mit ihm zu haben, weil ihn die Prägung wirklich treudoof und naiv gemacht hat.

Verehrer Nummer drei ist Loren Blake, der Zoey durch romantische Gedichte und Liebeschwüre zu erobern versucht. Das dies nicht mit rechten Dingen zugehen kann, merkt man eigentlich sofort, aber Zoey ist einfach so hingerissen, das sie gar nicht merkt, was sich Gefährliches hinter ihrem Rücken zusammenbraut.

Insgesamt also ein wirklich abwechslungsreiches Liebesleben das Zoey führt und das die Handlung um einiges interessanter macht.

Das Buch scheint sich insgesamt sehr mit Beziehungsentwicklungen zu beschäftigen und was beim Leser natürlich für Furore sorgt, ist der temporäre Waffenstillstand zwischen Zoey und Aphrodite.
Die beiden für sich allein sind schon wirklich starke Persönlichkeiten und wenn sie es schaffen würden sich zu vertragen, wären sie sicherlich auch ein unschlagbares Team, da sie sich im Grunde genommen ganz gut ergänzen.
Doch da für Aphrodite Harmonie und Freundschaft Fremdwörter sind, geraten die beiden immer wieder aneinander und man wird Zeuge der ein oder anderen Wortgefechte.
Diese sind jedoch wirklich unterhaltsam und teilweise recht witzig. Ja, Aphrodite war mir teilweise sogar sympathisch, weil man doch gemerkt hat, dass sie einen guten Kern zu haben scheint. Wobei man bei ihr nie sicher sein kann, ob sie damit nicht ihre eigenen Pläne verfolgt.

Was ich an diesem Band jedoch wieder loben muss, ist der Schreibstil, der sich seit dem ersten Band wirklich gebessert hat. Man nimmt es den Charakteren ab, dass sie wirklich so reden würden, sodass sie auch um einiges authentischer wirken.
Es gab zwar durchaus wieder den ein oder anderen Moment in dem einige Ausdrück ein wenig fehl am Platz erscheinen, doch genau dies macht die House of Night Reihe doch schließlich aus und gibt ihr einen gewissen Wiedererkennungswert.

Leider war mir in diesem Band ein bisschen zu wenig Spannung vorhanden. Besonders die Vampyrmorde hätte man um einiges aufregender gestalten können, doch im Angesicht von Zoeys Liebesproblemen gerieten diese schnell in den Hintergrund. Auch die Lösung des Problems mit Stevie Rae war zu schnell aus der Welt und hätte doch ein epischeres Ende verdient.

Dennoch hat mich die Geschicht gut unterhalten, da auch in diesem Band viele unterschiedliche Konflikte zu beheben waren. Doch gerade als man sich so richtig in die Geschichte eingelesen hat, hört sie aprubt auf. Einfach so. Solch einen Cliffhanger habe ich schon lange nicht mehr erlebt und ich kann nur hoffen, dass die Zeit bis November schnell vorbeigeht.

Fazit:
Auch dieser Band hat mir, wie seine beiden Vorgänger, unterhaltsame Stunden beschehrt und besonders durch seinen individuellen Schreibstil und die amüsanten Charaktere überzeugt.
Auch wenn es ein wenig an Spannung mangelt, liest sich das Buch wirklich gut und die Beziehungskonflikte tragen sehr zur Unterhaltung bei.
Ich habe diese Buchreihe wirklich lieb gewonnen, da man sich als Leser sehr schnell als Teil der Handlung fühlt und immer mit interessanten Wendungen in der Geschichte rechnen muss.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an

Sonntag, 8. August 2010

Rezension: "Das Tal Season 1 - Das Spiel" von Krystyna Kuhn

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Krystina Kuhn
Verlag: Arena Verlag
Serie: Das Tal Season 1 (Band 1)
Format: broschiert
Seiten: 264 Seiten
ISBN: 340-106-472-X
Preis: 9,95€ [D]

Cover © Arena Verlag

Inhalt:
Die Geschwister Julia und Robert Frost wollen ein neues Leben an der Eliteuni Grace College in einem abgeschiedenen Tal Kanadas beginnen.
Das sie jedoch gleich von einer unheimlichen Erscheinung in der Dunkelheit begrüßt werden, stellt sich als kein gutes Omen heraus, denn nach einer Begrüßungsparty im Bootshaus verschwindet die im Rollstuhl sitzende Angela Finder spurlos. Ausgerechnet das Mädchen, dessen Gestalt sie bei ihrer Ankunft gesehen haben.

Was als geschmackloses Spiel der Senior Studenten angefangen hat, um die Party spannender zu machen, entpuppt sich als bitterer Ernst, als man die Leiche von Angela findet.
Für Julia und ihre neuen Freunde ist sofort klar, dass dies Mord gewesen sein muss.
Während Robert und und seine Schwester auf schmerzliche Weise an ihre Vergangenheit erinnert werden, ist unklar, wem sie eigentlich trauen können.

Was ist mit Debbie, die zwar die gute Freundin mimt, aber dennoch keinem Tratsch zuwider ist? Kann man der kahlrasierten Rose trauen oder der unnahbaren Koreanerin Katie trauen?
Julia erkennt sofort, dass in jeder ihrer Mitbewohnerinnen ein Geheimnis schlummert.
Doch auch ihre Romanze mit Chris scheint nicht wirklich von Vertrauen erfüllt zu sein, kann Julia doch niemandem das Geheimnis ihrer Vergangenheit anvertrauen.

Dass sich die nötigen Antworten jedoch auf dem Grund des Lake Mirror befinden, ahnt zu dem Zeitpunkt noch keiner, und auch nicht, was Angela wirklich für eine Rolle am College gespielt hat ...

Rezension:
„Das Tal – Das Spiel“ ist der Auftakt einer Buchreihe, die alle drei Monate einen neuen Band bekommen wird. Bis jetzt sind drei weitere Bücher in Planung, die alle der ersten Season angehören werden. Ich hoffe inständig, dass es eine zweite Season geben wird, denn die Autorin hat ein geradezu unheimlich gutes Gespür dafür, den Leser mit ihrem Schreibstil zu fesseln und in einen wahren Rausch zu versetzen.

Dieses Buch ist düster, geheimnisvoll und macht einfach süchtig. Einmal angefangen verfängt man sich bereits in einem Netz aus Rätseln, Mysterien und Geheimnissen. Denn jeder der Protagonisten hat eine Vergangenheit, die sie um jeden Preis schützen wollen.

Man braucht wirklich Nerven wie Drahtseile, während man „Das Spiel“ liest. Es ist unbeschreiblich, was das Buch in einem auslöst, mit der düsteren Stimmung und den rätselhaften Charakteren. Sowas habe ich so noch nie mit einem Buch erlebt, aber es hat die Genrezugehörigkeit „Thriller“ wahrhaft verdient.

Das Tal an sich wird von Julia ganz oft als leblos und tot bezeichnet. Die Vorstellung keine Tiergeräusche zu hören ist wirklich beängstigend. Nichtmal ein Vogel verirrt sich dorthin. Als wäre dies nicht schon bizarr genug, scheint der Lake Mirror, der See am College, ein Eigenleben zu haben.
Undefinierbare Strömungen und Tiefen zeichnen das Gewässer aus und hinzu kommt, dass sich auch dort kein Fischchen tummelt.
Schon hier merkt man förmlich, dass dieser Ort dazu gemacht ist, Unheil hervorzubringen.

Was Julia und Robert betrifft, wird man nach und nach immer mehr über ihre Vergangenheit aufgeklärt, die besonders bei Robert ihre Spuren hinterlassen hat. Hält man ihn zunächst für völlig verrückt, tut einem das später fast leid, wenn man erfährt, was ihm widerfahren ist.
Beide Geschwister vertrauen niemandem auf dem College, was man wirklich nachvollziehen kann, da man geradezu fühlen kann, wie die Stimmung im Tal alle dazu bringt, sich zu misstrauen.
Man versucht zwar, mit jedem neuen Hinweis das Rätsel um die Vergangenheit der Geschwister zu lösen, aber es scheint nie einen Sinn zu ergeben.
Die Autorin versteht es wirklich den Leser auf die Folter zu spannen und so lange wie Möglich im Unklaren zu lassen.

Im Laufe des Buches kann man es dann nachvollziehen, warum Julia nichtmal ihrer kleinen Romanze Chris ein wenig Vertrauen entgegenbringt. Dies verletzt ihn zwar sehr, aber betrachtet man die Tatsache, dass man so gut wie nichts über Chris erfährt und er nur ein großes Mysterium bleibt, kann man Julias Entscheidungen und Gefühle nachvollziehen.
Dennoch bietet gerade die kleine Liebesgeschichte eine erfrischende Abwechslung zu den ewigen Mysterien des Tales, auch wenn man spürt, dass etwas Dunkles in Chris steckt, dass er zu verbergen versucht.

Eine Frage, die man sich außerdem stellt, ist, was einige Personen überhaupt am Grace College machen, wenn sie sich dort nicht wohlfühlen. Was hält sie dort?
Was dies betrifft, lässt und die Autorin Raum zum spekulieren, bringt den Leser jedoch geichzeitig dazu, in jedem eine dunkle Vergangenheit zu sehen.

Außerdem scheint keiner der Charaktere ein sehr redseliger Mensch zu sein, was sie nur umso gruseliger Macht. Stille Wasser sind bekanntlich tief. Das der Spiegelsee im Tal passenderweise gefährliche Untiefen birgt, betrachte ich jetzt einfach mal als Zufall hin.
Mehr als nötig wird eigentlich nie gesprochen und über Persönliches schon gar nicht, doch gerade dies verleiht dem Buch seinen Charme und unterstütz die Stimmung des Tales.

Was mich aber wirklich begeistert und gleichzeitig ein wenig schockiert hat, war der Moment in dem ich gemerkt habe, dass sich die Gefühle der Protagonistin Julia auf den Leser zu übertragen scheinen.
Hat sie Angst, so fürchtet man sich mit ihr. Spürt sie ein kommendes Unheil, wird man selbst von einer düsteren Stimmung ergriffen. Dies macht dieses Buch wirklich einzigartig, hat mich aber auch dazu gebracht, dass Buch manchmal für ein paar Minuten zur Seite zu legen um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Bei den ganzen Geheimnissen kann man sich sicherlich vorstellen, dass das Buch mit einer Handlung in sich abgeschlossen ist, jedoch am Ende immernoch tausende von Fragen offen bleiben.
Es ist schwer vorstellbar, dass sich die Autorin mit den Folgebänden noch steigern kann, aber ich wäre schon mehr als zufrieden, wenn sie das Niveau halten kann.

Fazit:
Dieses Buch ist aufwühlend, gruselig und einfach nur phänomenal. Ich bin maßlos überzeugt von dem Potenzial, was hinter dieser neuen Buchreihe steckt und erwarte mit Spannung die Fortsetzungen.
Auch nach dem Ende des Buches stellt man sich jede Menge Fragen.
Welch schockierende Vergangenheiten versuchen die Charaktere zu verbergen und was hält das düstere Tal noch alles für uns bereit?
Mehr als „Das Spiel“ kann ein Buch dem Leser einfach nicht bieten, da die Autorin ihm einfach das gewisse Etwas gegeben hat.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Samstag, 7. August 2010

Rezension: "Solange bin ich vogelfrei - Mein Leben als Straßenkind" von Sabrina Tophofen

Produktinformationen:
Originaltitel: -
Autor: Sabrina Tophofen
Verlag: Arena Verlag
Serie: Mein Leben
Format: kartoniert
Seiten: 176 Seiten
ISBN: 340-106-550-5
Preis: 9,95€ [D]

Cover © Arena Verlag

Inhalt:
Claudine Tophofen ist Elf Jaher alt, als sie mit der Hilfe ihrer Freundin Katrin aus dem Heim flieht.
Sie nimmt den erstbesten Zug nach Köln, in der Hoffnung, dort ein besseres Leben, fernab von ihrem gewalttätigen Vater und weiteren Misshandlungen und Demütigungen, zu finden.

Claudine wird unweigerlich zum Straßenkind und trifft auf der Domplatte gleichgesinnte, wie Jenny und ihre Clique.
Sie geben ihr neues Selbstbewusstsein, Geborgenheit und einen neuen Namen: Topi.

Zum ersten Mal in ihrem Leben fühlt Topi sich zu Hause und merkt gar nicht, wie sie langsam in eine Welt abrutscht, die von Drogen und Alkohol bestimmt wird.
Während diese ihr den Schmerz nehmen und ihr Leben für einen Moment erträglich zu machen scheinen, merkt sie gar nicht, was aus ihr wird.

Konfrontationen mit der Polizei, Aggressivität und Diebstahl sind von nun an an der Tagesordnung.
Doch auch als Topi Hilfe von Sozialarbeitern und anderen engagierten Menschen bekommt, scheint sie aus ihrem Teufelskreis nicht mehr rauszukommen.
Als sie jedoch Jens kennenlernt, scheint sich ihr eine Chance auf ein neues Leben zu eröffenen, wäre da nicht das Problem, dass sich ihr altes Familienleben zu wiederholen scheint ...

Rezension:
„Solange bin ich vogelfrei – Mein Leben als Straßenkind“ ist das vierte Buch, das der Arena Verlag in der Reihe „Mein Leben“ veröffentlicht hat. Dabei handelt es sich um reale Geschichten, die dem Leser die andere Seite des Lebens aufzeigen.

Das Buch stellt die ungeschminkte Wahrheit dar, wie es auf den Straßen Köln zugeht und was es heißt, ein Leben ohne ein festes Zuhause zu führen.
Das Schlimme daran ist aber, dass Topi erst elf Jahre alt ist, als sie in diese Welt gerät und allein diese Tatsache ist schon so aufwühlend, dass man sich nicht vorstellen kann, wie es noch schlimmer kommen kann.

Sicherlich ist es auf der einen Seite interessant, die verschiedenen Facetten des Straßenlebens von jemanden geschildert zu bekommen, der all dies wirklich erlebt hat.
Auf der anderen Seite ist es grausam sich vorzustellen, wie ein Kind inmitten von Gewalt und Drogen aufwächst und auch noch nie ein anderes Leben kennengelernt hat.
Denn bereits als Kleinkind wurde sie von ihrem Vater misshandelt, wodurch sie letzten Endes im Heim gelandet ist. Doch selbst da erging es ihr nicht besser.

Über ihre Vergangenheit erfährt der Leser jedoch erst nach und nach etwas, da die Geschichte des Buches im Heim beginnt. Zwischendurch wird Topi dann von Erinnerungen an ihr Elternhaus geplagt.
Teilweise kommen einem wirklich die Tränen weil man beim Lesen einfach fassungslos ist.

Hinzu kommt, dass Topi zwischendurch immer wieder vertrauen zu den verschiedensten Leuten fasst, aber so gut wie immer enttäuscht wird und nur tiefer in die Drogenszene abrutscht.
Es grenzt fast schon an Selbstzerstörung, besonders da sie immerwieder von einem Sozialarbeiter ermahnt wird. Doch Topi ist sich sicher, solange sie noch nicht vierzehn ist, kann man sie nicht inhaftieren. Solange ist sie vogelfrei, trotz Diebstahl und gewaltsamen Überfällen.

Besonders schlimm wird ihre Situation allerdings, als sie Jens kennelernt und sich in ihm ihre große Liebe erhofft. Doch genauso wie ihr Vater sieht er in ihr nur ein wertloses Etwas und schlägt sie regelmäßig. Er ist jedoch ihre letze Hoffnung auf ein Leben mit einem Dach über dem Kopf und so lässt Topi dies auch eine ganze Weile über sich ergehen.
Jedes Mal, wenn Topi ihre erneuten Schmerzen beschreibt, ist das für den Leser wie ein Stich ins Herz, da Topi sich selbst nichtmal als wertvoll genug erachtet, geliebt zu werden.

Da das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, erfährt man viel über Topis Eindrücke und Gefühle. Und besonders die Beschreibung der Drogenauswirkungen auf sie, bringt einen wirklich zum Erschaudern.

Fazit:
Unverblümt und geradeaus erzählt diese Geschichte eine der wohl tragischsten Lebenumstände in die ein Kind bzw. Jugendlicher hineinrutschen kann.
Mir sind mehr als einmal die Tränen gekommen und musste es sogar manchmal zur Seite legen und ersteinmal das Gelesene verdauen.
Ich empfehle jedem wenigstens einmal dieses Buch gelesen zu haben, da man danach viele Dinge mit anderen Augen sehen wird.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Donnerstag, 5. August 2010

Rezension: "Feuerträne" von Chris D'Lacey

Produktinformationen:
Originaltitel: The Fire Within
Autor: Chris D'Lacey
Verlag: Coppenrath Verlag
Serie: Feuertränen Trilogie (Band 1)
Format: gebunden
Seiten: 320 Seiten
ISBN: 978-3-8157-6779-5
Preis: 14,95€ [D]

Cover © Coppenrath Verlag

Inhalt:
„P.S. Der Interessent muss Kinder und Katzen mögen ... und Drachen“.
So endet die Untermieteranzeige von Lucy und Liz Pennykettle.
Sofort meldet sich der Geographiestudent David auf die Anzeige und bezieht das freie Zimmer in deren lebhaften Haushalt.

Dort lernt er zum einen Liz kennen, die überaus realistisch aussehende Drachen aus Ton anfertigt, und ihre Tochter Lucy, die in Eichhörnchen vernarrt ist.
Sofort bekommt David einen Drachen von Liz angeboten. Lucy macht ihm klar, dass der Drache etwas ganz Besonderes ist, deshalb muss er ihm einen Namen geben und er entscheidet sich intutitiv für „Gadzook“. Außerdem darf er ihn niemals zum Weinen bringen. Was das zu bedeuten hat ist David zunächst schleierhaft, später muss er jedoch die erschreckende Wahrheit darüber erfahren ...

Vorerst kann er sich jedoch nicht großartig mit dem Drachen beschäftigen, da Lucy ihn mit der Suche nach ihrem verlorenen Eichhörnchen Cronker beauftragt.
Erschwert wird ihm das Ganze jedoch vom Nachbar der Pennykettles, Mr Bacon. Dieser hat es sich nämlich zum Ziel gesetzt, seinen Garten Nagetier-frei zu halten und versucht, das Eichhörnchen zu fangen.

Liz rät David, sich von Gadzook helfen zu lassen. Und völlig perplex muss David festellen, dass der Drache tatsächlich mit ihm kommunizieren kann.
Als wäre dies nicht schon schlimm genug, beschleicht ihn immer mehr der Verdacht, dass Liz ihm etwas über ihre Drachen verheimlicht. Warum sonst würden die Pennykettles ihre Tondrachen wie richtige Lebewesen behandeln?

Rezension:
Wie der Titel „Feuerträne“ bereits vermuten lässt, spielen Drachen in dem Buch eine wichtige Rolle. Allzu viel möchte ich aber nicht vorweg nehmen und so kann ich dazu nur sagen, dass der Autor sie wahrlich zu etwas Besonderem gemacht hat.

Leider werden die Drachen jedoch ein wenig von den Eichhörnchen überschattet. Denn diese nehmen den Großteil des Buches für sich ein und bereiten David und Lucy einige turbulente Stunden.
Besonders die große Suche nach Lucys entlaufenem Eichhörnchen Conker, gestaltet sich als äußerst kompliziert und so können die beiden nicht auf die Hilfe andere Eichhörnchen und den Drachen der Pennykettles verzichten.
Dieser Teil der Geschichte ist wirklich sehr fantasievoll ausgeschmückt, aber an sich gut umgesetzt, sodass es sogar spannend war.

Interessant wird es, als die Eichhörnchen sogar Feinde bekommen in Form des Nachbarn Mr Bacon und der Krähe Caractacus, sodass die Geschichte fast schon einer Fabel gleichkommt.
Während man Mr Bacon als Feind jedoch nicht so ganz ernst nehmen kann, ist Caractacus schon fast ein wenig unheimlich.

Was den Leser trotz der Eichhörnchen Suche dennoch durchgehend beschäftigt, ist das Geheimnis um die Tondrachen von Liz Pennykettle.
Man kann es sich fast schon denken, was das Geheimnis ist, jedoch wird man so lange auf die Folter gespannt, bis man die Wahrheit erfährt, dass man selber Zweifel an den eigenen Theorien bekommt.

Unterstrichen wird die Geschichte von wirklich amüsanten Charakteren.
Während Lucy sich mit ihrer quirlig kindlichen Art altersgemäß verhält, bringt den Leser diese Eigenart bei David des öfteren zum Lachen.
Er wirkt teilweise sehr unbeholfen und gleichzeitig genauso abenteuerlustig wie seine kleine Mitbewohnerin Lucy.

Was Liz betrifft, so stellt man sie sich als autoritäre, aber gleichzeitig auch geheimnisvolle Hausherrin vor.
Genauso wie ihre Drachen umgibt auch sie ein Geheimnis und sie muss Lucy immerwieder davon abhalten, es auszuplaudern.

Fazit:
„Feuerträne“ ist ein wirklich süßes Buch, dass den Leser zum Lachen, aber auch zum Rätseln bringt. Viele Geheimnisse und ein kleines Abenteuer verleihen dem Buch ein gutes Maß an Spannung und dank des sehr einfachen Schreibstils kann man die Geschichte in einem Zug durchlesen.
Sicherlich spricht „Feuerträne“ eher ein jüngeres Publikum an, da es doch sehr an Fabeln und Kinderabenteuer erinnert, dürfte aber unweigerlich auch ältere Leser gut unterhalten.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Dienstag, 3. August 2010

[Rezension] "Elfenkuss" von Aprilynne Pike

Cover © cbj
Produktinformationen:
Originaltitel: Wings
Autor: Aprilynne Pike
Verlag: cbj Verlag
Serie: Wings Quadrologie (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 349 Seiten
ISBN: 357-013-884-4
Preis: 16,95€ [D]; 17,50€ [A]

Inhalt:
Gerade erst aus Orick weggezogen, muss die fünfzehnjährige Laurel nun auf die Highschool in Crescent City gehen.
Sie fühlt sich äußerst unwohl, da sie in Orick Privatunterricht bekommen hat. Doch ihre Stimmung ändert sich schlagartig als sie David kennenlernt.
Er führt sie in das Schulleben ein und findet in ihm einen wahren Freund.

Langsam beginnt sie, sich in ihre neue Umgebung einzuleben, bis sich eines Morgens ein merkwürdiger Pickel auf ihrem Rücken abzeichnet. Dieser wächst mit enormer Geschwindigkeit, bis er die Größe eines Softballs erreicht.
Verstört wendet Laurel sich von ihren neuen Freunden ab, da sie Angst hat vor deren Reaktion.

Als aus dem Hubbel dann eine riesige Blüt wächst, hält Laurel es nicht mehr aus und vertraut sich David an. Dieser verspricht ihr seine Hilfe, die Laurel bald mehr als nötig haben wird.

Als sie nämlich ihr altes Haus in Orick besucht, trifft sie dort auf den mysteriösen Tamani. Für ihn scheint ihre Blüte ein gewohnter Anblick zu sein und bald klärt sich auch warum. Laurel ist, genauso wie er, eine Elfe.

Laurel will dies einfach nicht glauben, muss der Wahrheit aber bald ins Auge blicken, als ihre Eltern das Grundstück in Orick verkaufen wollen.
Der Käufer ist ein zwielichtiger Mann namens Jeremiah Barnes, dem Laurel von anfang an nicht traut. Ihre Ahnung bestätigt sich, als Tamani sie überzeugt, dass das Grundstück auf keinen Fall verkauft werden darf, da sich dort ein uraltes Elfen Portal befindet, dass niemals in die flaschen Hände gelangen darf. Und schon gar nicht in die von Barnes, denn Tamani weiß, wer er wirklich ist ...

David ist unterdessen von dem Einfluss Tamanis auf Laurel gar nicht begeistert und versucht sie so gut es geht vor den offensichtlichen Gefahren der Elfenwelt zu schützen. Das er jedoch schon bald Laurels Hilfe benötigt und beide fast sterben, zwingt Laurel dazu, sich zwischen ihren beiden Welten, und somit auch zwischen Tamani und David, zu entscheiden ...

Rezension:
„Elfenkuss“ ist der Auftakt einer vierbändigen Elfenserie der Erfolgsautorin Aprilynne Pike. Waren die ersten beide Bände bereits fester Bestandteil der New York Times Bestsellerliste in Amerika, fand Pikes wundervolles Erstlingswerk auch zu uns nach Deutschland und hat mich vom ersten Moment an sprachlos gemacht.

Grund dafür war zum einen der Erzählstil und die Schreibweise der Autorin. Man fühlt sich sofort angesprochen beim Lesen und kann sich einfach nicht mehr losreißen.
Das Buch strahlt sehr viel Warmherzigkeit aus und man merkt einfach, wieviel Liebe hinter diesem Werk steckt.

Sehr angetan war ich auch von der ganzen Idee hinter den Elfen. Es ist offensichtlich, dass sich die Autorin so ihre Gedanken gemacht hat, was ihre Geschöpfe von denen anderer Autoren unterscheiden soll.
So teilen sich die Elfen z.B. in vier Machtbereiche auf, die den Jahreszeiten gleichzusetzen sind. Während der Zeit, der sie angehören, blüht die Blume auf ihren Rücken.
Außerdem haben die Elfen andere Essgewohnheiten, was sogar wissenschaftlich zu erklären ist, da deren Zellen anders aufgebaut sind.
Insgesamt gibt es noch jede Menge mehr zu entdecken und es war wirklich aufregend nach und nach immer mehr über die Elfen zu erfahren.

Dies hat dem Buch natürlich ein imenses Maß an Spannung verliehen, doch auch das Liebesdreieck zwischen David, Laurel und Tamani hat seinen Teil dazu beigetragen. Für den Leser ist es nämlich offensichtlich, dass Laurel sich nur für David entscheiden kann, doch etwas scheint sie mit Tamani zu verbinden.
Es tut einem wirklich Leid als Leser, dass einer der beiden den Kürzeren ziehen muss, weil die Charaktere an sich ungemein sympathisch sind. Man kann sich sehr gut mit ihnen identifizieren und wünscht keinem von ihnen was schlechtes.

Laurel ist z.B. eine Protagonistin, von der man immer wieder Überraschungen zu erwarten hat. Es ist von vornherein klar, dass man nie alles über sie wissen wird und genau dies macht sie so interessant.
Später entdeckt man dann ihre verschiedenen Facetten und merkt, dass sie eigentlich nur ein normaler Teemager ist, denn auch Elfen können in ein großes Gefühlschaos geraten.

Einer der Auslöser dafür ist ihr Freund David. Hilfsbereit und sensibel wie er ist, passt er einfach perfekt zu der unsicheren Laurel, gäbe es nicht seinen Elfenkonkurrenten Tamani.
Verbunden durch eine Laurel unbekannte Erinnerung, kann er den Gedanken nicht ertragen, dass David ihr Freund ist und zeigt ihr dies auch deutlich.

Auch wenn Tamani eine männliche Elfe ist, so hatte ich stets das Gefühl, dass er ganz leicht einen Nervenzusammenbruch erleiden kann, wenn Laurel ihm einen Korb gibt.
In solchen Momenten hat das Buch einfach Gefühle in mir geweckt. Und genau das macht „Elfenkuss“ auch zu etwas Besonderem. Es ist romantisch und gefühlvoll, gemischt mit einer originellen Idee.

Zur Handlung muss ich sagen, dass der Antagonist Jeremiah Barnes ein wenig durch das Liebesdreieck in den Hintergrund gedrängt wird. Mich hat es viel mehr interessiert, wie sich die verschiedenen Beziehungen entwickeln, anstatt zuzusehen wie sich wiedereinmal ein Bösewicht die ultimative Macht ergaunern will.
Ich denke die Autorin hat hiermit eine gute Priorität gesetzt, die dem Buch nur von Vorteil ist.

Fazit:„Elfenkuss“ ist eines der gefühlvollsten und zauberhaftesten Bücher die ich je gelesen habe. Ein einzigartiger Erzählstil und ein kompliziertes Liebesdreieck, mit der Lizenz Mädchenherzen höher schlagen zu lassen, machen dieses Werk zu etwas ganz Besonderem.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

Montag, 2. August 2010

Rezension: "Die Gabe der Magie" von Kathleen Duey

Produktinformation:
Originaltitel: A Ressurection of Magic: Skin Hunger
Autor: Kathleen Duey
Verlag: Penhaligon Verlag
Serie: Akademie der Magier (Band 1)
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 415 Seiten
ISBN: 376-453-024-3
Preis: 16,95€ [D]

Cover © Blanvalet/Penhaligon

Weitere Ausgabearten: Taschenbuchausgabe (siehe Cover rechts) erschienen bei Blanvalet

Inhalt:
Seit Sadimas Familie von einer zwielichtigen Magierin betrogen wurde, hassen sie alle die sich mit Zauberei und dererlei Machenschaften auseinandersetzen.
Als sie erfahren, dass Sadima die Gabe hat, sich mental mit Tieren zu unterhalten, halten ihr Vater und ihr Bruder dies für eine Lüge.

Doch eines Tages taucht ein Mann namens Franklin auf, der sich Sadima als Magier vorstellt und sie einlädt, mit ihm in die Stadt Limori zu kommen um dort mit ihrer Gabe gemeinsam die Magie wieder aufleben zu lassen.

Einige Jahre später, kurz nachdem ihr Vater verstorben ist, kommt Sadima der Bitte nach.
Sie geht nach Limori wo sie dem Haushalt von Franklin und Somiss beitritt. Sie übernimmt Hausarbeiten und hilft Franklin und Somiss magische Verse niederzuschreiben.
Dass sie Franklin dabei immer näher kommt, lässt sie auf eine gemeinsame Zukunft weit ab von den höllischen Launen Somiss‘ hoffen, doch dieser wird immer zwischen ihnen stehen, da er bereits plant, mit Franklin eine Akademie der Magie aufzubauen.

Lange Zeit danach wird der Junge Hahp von seinem Vater auf eben jene Akademie geschickt. Doch die Regeln dort sind eindeutig und erbarmungslos. Es ist nicht erlaubt sich gegenseitig zu helfen, da soweiso nur einer aus Hahps Gruppe seinen Abschluss machen wird. Der Rest wird sterben ...
Schon bald wird Hahp mit dem grausamen Unterricht seiner Lehrer Franklin und Somiss konfrontiert und sie alle müssen qualvoll hungern. Doch Hahp hält sich durch die Hoffnung am Leben, derjenige zu sein, der den Abschluss schafft und so seinem verhassten Vater eines Tages überlegen sein wird ...

Rezension:
Das Buch erzählt zum einen die Geschichte Hahps als auch die von Sadima.
Jedoch erfolgt dies nicht in chronologischer Reihenfolge. Stattdessen wechselt sich die Geschichte Kapitelweise ab.
Dies sorgt zunächst ein wenig für Verwirrung, da man als Leser damit rechnet, dass die Handlungsstränge parallel zueinander ablaufen. Durch spätere Handlungsentwicklungen wird dann jedoch klar, dass sich die Geschichte Hahps, nach der von Sadima abspielt.
Auffällig ist auch, dass Hahps Geschichte aus der Ich-Perspektive geschrieben ist und die von Sadima in der dritten Person.
Alles in allem ein wenig gewöhnungsbedürftig, da auch der Schreibstil teilweise ein wenig holprig erscheint, was jedoch auch der Übersetzung liegen kann. Insgesamt ist dieser jedoch nicht hinderlich beim Lesen und nach einer Weile gewöhnt man sich automatisch an ihn.

Dennoch hat das Buch ein gewisses Flair, da sich besonders in Hahps Geschichte eine äußerst düstere Stimmung ausbreitet. Als Leser fragt man sich immer wieder ob er in der Lage ist, die Torturen der Akademie zu überleben oder ob bei den Schülern vor lauter Hunger Panik ausbricht.
Was dies betrifft, schafft es die Autorin den Leser mit allerhand unerwarteten Dingen zu konfrontieren und eine Atmosphäre zu erschaffen, bei der man wirklich Gänsehaut bekommt. In der Akademie geht es nämlich alles andere als zimperlich zu.

So nennt die Autorin jedes Schreckensdetail beim Wort, sodass man als Leser manches Mal das Gefühl hat, z. B. den von ihr beschriebenen Gestank selber zu riechen.
Die Geschichte um Hahp hat jedoch ein offenes Ende, sodass man erst in den Folgebänden erfahren wird, ob der Junge den Abschluss schafft und sich an seinem Vater für seine gewalttätige Erziehung rächen kann.
Es wäre interessant gewesen, mehr über Hahps Vergangenheit zu erfahren, doch leider wurden dieser Charakter recht oberflächlich abgehandelt.

Bei Sadima hat man das Gefühl, ein naives kleines Mädchen vor sich zu haben, die sich in romantische Tagträume verstrickt.
Besonders kleine Dinge, wie zum Beispiel das Abschreiben von Buchstaben, begeistern sie sehr schnell und teilweise wirkt sie ein wenig unbeholfen.
Von ihr erfährt man, im Gegensatz zu Hahp, einiges über ihre Vergangenheit und so baut man von Anfang an eine gute Beziehung zu ihr auf. Man versteht ihre Beweggründe und auch ihre Liebe zu Franklin. Dieser scheint nämlich der einzige zu sein, der ihre Gabe akzeptiert und dies als Hoffnung für sie sieht. Doch die beiden dürfen nicht zusammen sein, da immer wieder Somiss zwischen ihnen steht.

Besonders die Beziehung zwischen Letzterem und Franklin ist sehr interessant, da der Leser einige interessante Details darüber erfährt und so auch Franklins Abhängigkeit von Somiss versteht.

Dieser an sich ist eher schwer zu verstehen. Seine durchgängiger Jähzorn und seine Unverschämtheit sind wirklich grenzwertig und machen nicht nur Sadimas Leben, sondern auch das von Hahp schwer. Er schreckt vor nichts zurück um seine Ziele zu erreichen und geht förmlich über Leichen.
Doch gerade diese Unberechenbarkeit bringt ein bisschen Spannung in die ansonsten eher seichte Handlung.

Fazit:
„Die Gabe der Magie“ ist definitiv außergewöhnlich und besticht teilweise durch die unterschiedlichen Charaktere als auch durch kreative Ideen. Die Autorin setzt das von ihr gewählte thema auf eine ganz eigene Art und Weise um und grenzt sich so von ähnlichen Büchern des selben Themas ab.
Auch wenn die Handlung teilweise ein wenig dürftig erscheint, wird man dennoch gut unterhalten und in eine völlig neue Welt entführt.

Ein herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar geht an den

TOP AKTUELL

Buchgedanken | "Der Letzte Stern" von Rick Yancey