Mittwoch, 12. April 2017

Buchgedanken | "Der Letzte Stern" von Rick Yancey

Buchinformationen


Originaltitel: The Last Star | Autor: Rick Yancey | Verlag: Goldmann
Format: gebunden mit Schutzumschlag | Seiten: 384 Seiten | ISBN:  978-3-442-31336-5 
Preis: 16,99€ [D]
Erschienen am 03. Oktober 2016
________________________________

Da wären wir also. „Der Letzte Stern“ ist nach „Die fünfte Welle“ und „Das unendliche Meer“ nun der Abschluss der Trilogie. Tatsächlich habe ich eher gemischte Gefühle, wenn ich über das Ende der Geschichte nachdenke, aber dazu gleich mehr.


Nachdem Ringer nun ihre neuen Fähigkeiten besitzt, macht sie sich auf die Suche nach Ben und den anderen aus ihrer ehemaligen Einheit. Getrieben durch ihr neues Ziel, lässt sie nichts unversucht, um ihre Mission zu vollenden. Für mich war es jedoch extrem schwierig nachzuvollziehen, wieso sie auf einmal dieses Ziel verfolgt. Klar, jeder der das Buch gelesen hat, weiß natürlich, wer ihr den Auftrag erteilt hat. Da ich jedoch nicht Spoilern möchte, versuche ich so wenig wie möglich darüber zu erzählen.  Jedenfalls war für mich einfach unklar, welches Motiv sie angetrieben hat.

Zur gleichen Zeit entscheidet sich Ben dazu, nach Ringer zu suchen. Jedoch ahnt dieser nicht im Entferntesten, was mit ihr während ihrer Abwesenheit geschehen ist. So langsam wird auch deutlich, auf welche Art von Beziehung es zwischen den Beiden hinausläuft. Offensichtlich scheint Ben eine Art Beschützer Instinkt gegenüber Ringer zu entwickeln, was ich aber durchaus authentisch finde, wenn man bedenkt, was die Beiden zusammen durchgemacht haben.

Das Wiedersehen von Ringer und Ben verläuft dementsprechend für Beide um einiges anders, als erwartet. Für den Leser bleiben die großen Überraschungsmomente allerdings aus. Und so ist es leider das komplette Buch hindurch. Man ist zwar gespannt, was als nächstes passiert, aber im Endeffekt ahnt man es schon vorher.

Ich war ein sehr großer Fan vom ersten Teil der Trilogie und musste leider feststellen, dass die fesselnde Endzeit Atmosphäre aus „Die fünfte Welle“ im dritten Band gar nicht mehr vorhanden war.
Mich hat ein wenig das Gefühl überkommen, dass der Autor schnell die Reihe beenden wollte oder musste, und deshalb vieles, was die Trilogie ausmacht, auf der Strecke geblieben ist.

Was mich außerdem sehr verwirrt hat, waren die ständig wechselnden Perspektiven. Natürlich ist jede einzelne davon wichtig, gar keine Frage. Jedoch fehlte mir ein wenig die Ordnung darin. Manchmal war ich in Gedanken noch bei einem ganz anderen Charakter und habe gar nicht mitbekommen, dass die Erzählperspektive sich geändert hat.

Generell fand ich die Charaktere in diesem Buch allesamt recht nervig. Cassie hat kaum noch was von dem, wie wir sie im ersten Band kennen und lieben gelernt haben. Auch Sam, der nun anscheinend meint er könne tun und lassen was er will weil er im Militärlager war, nervt mit seinem Verhalten einfach nur. Man denkt sich eigentlich nur: wenn das wirklich der Rest der Menschheit ist in der Geschichte, sind eh alle verloren.
Was mich leider besonders ärgert ist das Ende. Ich meine hier handelt es sich um eine Geschichte, in der die Welt von Außerirdischen zerstört wird aber einen großen Showdown gibt es nicht. Man erwartet doch irgendwie einen großen Endkampf in dem der Held oder die Heldin das Ruder rumschwenkt und den Menschen einen neuen Anfang ermöglicht. Cassies Rumschwenken der Handlung fand ich allerdings wenig spektakulär inszeniert.

Alles in allem bin ich eher mittelmäßig zufrieden mit dem Abschluss der Trilogie. Einfach aus dem Grund, weil ich mir für die Geschichte  ein anderes Ende gewünscht hätte. Die Handlung schweift ab in sämtliche Richtungen und kommt nicht zum Punkt. Die Spannung wird alleine dadurch aufrecht erhalten, dass man bis zum Ende noch auf eine Wendung der Geschichte wartet.