Donnerstag, 29. Juni 2017

Die Onleihe App | nie wieder ein schlechtes Buch erwischen

Es kennt bestimmt jeder von euch. Man geht in eine Buchhandlung, sieht ein Cover und kauft das Buch. Leider bin ich auch so ein Mensch, der gerne mal nach dem Äußeren eines Buches urteilt und sich gutgläubig denkt, dass der Inhalt dem schon gerecht wird. Nicht selten erlebt man dann zu Hause die böse Überraschung und hat wenig Freude an dem Buch. Eine gute Möglichkeit um dies zu umgehen ist natürlich das Buch vorher gelesen zu haben, sei es ganz oder nur die ersten zehn Kapitel. Ich persönlich finde Leseproben immer viel zu kurz um sich ein richtiges Urteil über ein Buch erlauben zu können. Um wirklich zu wissen, ob sich der Kauf eines Buches lohnt, habe ich die Onleihe App für mich entdeckt.


Die Onleihe App ist quasi wie eine Bücherei auf dem Handy oder Tablet. Man kann in einem großen Katalog verschiedenster Kategorien stöbern und sich Bücher als Ebooks ausleihen. Alles was man dafür braucht ist ein Bibliothekskonto. Ob eure Bücherei bei der Onleihe mitmacht, erfragt ihr am besten direkt vor Ort. Einloggen kann man sich dann mit den selben Daten, die man auch für das Online Verzeichnis der jeweiligen Bücherei benutzt.


Ich selber stöbere immer gerne in den Kategorien "Jugenbücher" sowie "Romamen & Erzählungen". Die Auswahl hält weitestgehend mit gängigen Neuheiten mit. Allerdings sind diese häufig für mehrere Monate im Voraus reserviert.
Sobald ich dann ein Buch gefunden habe, was mich interessiert, entscheide ich, ob ich es als Hörbuch oder Ebook ausleihen möchte. Oftmals ist aber auch nur eines von beiden im Katalog verfügbar. Ein Hörbuch kann man für maximal 7 Tage ausleihen und ein Ebook für maximal 14. Und dann kann es eigentlich auch schon losgehen.



Praktisch finde ich außerdem, dass man sich die Bücher und Hörbücher auf sein Gerät laden kann und somit auch offline darüber verfügen kann. Bedeutet wenn ich beispielweise spazieren gehe, kann ich unterwegs ganz entspannt mein Hörbuch hören. Oder gerade im Sommer eignet es sich auch perfekt für den Strandurlaub.

Ich bin eine Leserin, die Bücher mehr als einmal zur Hand nimmt. Es gibt Bücher die habe ich fünf bis zehnmal gelesen. Deshalb geht für mich die Strategie super auf, ein Buch zunächst über die Onleihe zu lesen und dann zu entscheiden, ob ich es auch in meinem Regal stehen haben möchte. So habe ich es auch vor kurzem mit "Die Rote Königin" von Victoria Aveyard gemacht und habe in diesem Falle sogar eine positive Überraschung erlebt. Ich bin davon ausgegangen, dass mir das Buch nicht gefallen wird und durch das Lesen in der Onleihe wurde ich doch noch vom Gegenteil überzeugt. Für mich ist die App fest in meine Leseroutine integriert und auf jeden Fall nicht mehr wegzudenken.

Dienstag, 27. Juni 2017

Rezension | "Paper Princess" von Erin Watt

Buchinformationen

Originaltitel: Paper Princess | Autor: Erin Watt | Verlag: Piper Verlag
Format: Paperback | Seiten: 384 Seiten | ISBN: 978-3-492-06071-4
Preis: 12,99€ [D]

Erschienen am 01. März 2017
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Paper Princess war für mich ein typischer Cover Kauf. Es hat mich einfach angezogen im Laden und ich musste es haben. Da ich New Adult Romane ja sowieso liebe, gab es auch kein wenn und aber. Zunächst hatte ich so meine Zweifel, dass mir das Buch gut gefallen würde, zumal man schnell merkt, dass die Geschichte an sich nichts Neues ist und auch nicht viel Tiefe mit sich bringt. Und trotzdem ist Paper Princess eines dieser Bücher, die einen fesseln, ohne dass man es merkt.

In der Geschichte geht es um die siebzahnjährige Ella Harper. Seit dem Tod ihrer Mutter kämpft sie sich ganz alleine durchs Leben und hält sich mit fragwürdigen Jobs in Stripclubs über Wasser. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt und sie glaubt auch nicht, dass sich das jemals ändern wird. Ich empfand Ella sofort als eine starke junge Frau, die trotz ihrer schwierigen Lebenssituation einen kühlen Kopf bewahrt, und tut was sie kann, um sich durchs Leben zu kämpfen. Sie zerfließt nicht in Selbstmitleid, sondern legt selbst im Angesicht ihrer zwielichtigen Jobs einen gewissen Stolz an den Tag.

Bedingt durch ihre Erfahrungen legt Ella viel Skepsis gegenüber anderen Menschen an den Tag. Als dann plötzlich ein Mann namens Callum Royal in ihrer Schule auftaucht und sich als bester Freund und Kollege ihres Vaters vorstellt, verfällt Ella deshalb schnell in Abwehrhaltung. Aber wer würde das nicht? Und als sei das nicht schon genug, behauptet Callum auch noch, dass ihr Vater tot ist und er ihr Vormund sei.

Ich dachte mir nur: nein! Nein nein nein! Sowas gibt es nicht, so läuft das nicht. Gutaussehender und reicher Typ mittleren Alters taucht in der Schule auf um sie zu adoptieren oder so? An Ellas Stelle hätte ich sofort gedacht, dass das irgendein Typ aus ihren Nachtclubs ist, der definitiv nichts Gutes im Schilde führt. Aber zum Glück lässt Ella sich nicht so leicht überzeugen und geht zunächst auf Distanz.

Callum lässt allerdings nicht locker und sucht sie in einem der Nachtclubs auf, in denen sie tanzt. Er bietet ihr zehntausend Dollar an, für jeden Monat, den sie bei ihm bleibt und brav ihren Schulabschluss macht. Meiner Meinung nach macht ihn das nicht gerade vertrauenswürdiger. Doch dieses Mal erwägt Ella keine Fluchtversuche und gibt dem Ganzen eine Chance.

Callum nimmt sie mit zu seinem Flugunternehmen, welches er zusammen mit Ellas Vater Steve aufgebaut hat. Als sie jedoch seine Villa sieht, wird ihr das gesamte Ausmaß seines Reichtums erst bewusst. Ella fühlt sich natürlich total fehl am Platz. Sie kommt buchstäblich von der Straße und soll sich nun hier eingewöhnen?

Dass Callums Rolle als Vormund doch gar nicht so abwegig ist, zeigt sich, als er Ella seine fünf Söhne vorstellt. Elterliche Erfahrung hat er also allemal. Jedoch sind die Brüder sich mit ihrem Vater alles andere als grün und Ellas Anwesenheit macht die Situation keinesfalls leichter. Besonders Callums Sohn Reed scheint eine besondere Abneigung gegen sie zu hegen, auch wenn es keinen Grund dafür geben mag. Er dichtet Ella ein falsches Spiel an und versucht sie laufend einzuschüchtern und irgendwie loszuwerden.

Ab und zu ist es ganz lustig mitzuerleben, wie Ella und Reed gegenseitig ihren Kampf austragen, doch genauso oft denkt man sich, dass Reed einfach viel zu weit geht. Besonders als er sie mitten in der Nacht nach einer Party auf der Straße aussetzt.

Auch an ihrer neuen Schule fühlt Ella sich wie ein absoluter Außenseiter zwischen den ganzen reichen Tussis. Nur in Valerie findet sie eine bodenständige Freundin. Sie ist lustig, aufrichtig und für jeden Spaß zu haben. Ich glaube eine Freundin wie sie hätte jeder gerne.

Auch Callums Partnerin Brooke ist für Ella wie ein kleiner Lichtblick in der tristen Stimmung der Royal Villa. Doch hinter ihr steckt weit mehr, als man auf den ersten Blick zu denken vermag. Den Punkt habe ich in der Geschichte wirklich nicht kommen sehen, auch wenn es sich das ein oder andere Mal angedeutet hat.

Hätte ich den Klappentext vorher nicht gelesen, wäre ich auch nicht drauf vorbereitet gewesen, dass sich zwischen Ella und Reed eine gewisse Romantik entwickelt. Inmitten all der Boshaftigkeiten fängt es plötzlich an, zwischen den beiden zu knistern. Für mich war es nicht so richtig greifbar, da es einfach keinen Grund dafür gab, dass Ella sich von Reed angezogen fühlt. Doch nach und nach beginnt man seinen Spaß daran zu finden beim Lesen.

Ich selber hätte ja wahrscheinlich eher Gefallen an Easton gefunden. Er ist von seinen Manieren her zwar kein bisschen besser als Reed, jedoch um einiges witziger als sein Bruder. Es hat mich somit auch nicht gewundert, als Ella und Easton sich früher oder später auf ihre eigene Art und Weise annähern.

Insgesamt ist „Paper Princess“ ein New Adult Roman, der zwar eine typische „Sofort-Romanze“ hat, jedoch beim Lesen ein absoluter Pageturner ist. Man kann das Buch in einem Rutsch weglesen und es wird keine Sekunde langweilig. Man hat es mit Intrigen unter der High Society Jugend zu tun, eine zerrüttete Familie und viele spannende Charaktere. Ella ist zudem eine Protagonistin die die Geschichte lebhaft und interessant gestaltet, sodass man zwischendurch nicht das Bedürfnis bekommt, das Buch wegzulegen. Ich glaube, dass jeder, der New Adult Romane mag, dieses Buch lieben wird.

Freitag, 2. Juni 2017

Rezension | "Die Rote Königin" von Victoria Aveyard


Buchinformationen

Originaltitel: Red Queen | Autor: Victoria Aveyard | Verlag: Carlsen
Format: gebunden mit Schutzumschlag | Seiten: 512 Seiten | ISBN: 978-3-551-58326-0
Preis: 19,99€ [D]

Erschienen am 28. Mai 2015
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Über „Die Rote Königin“ hört man viele unterschiedliche Meinungen. Bisher hatte mich genaue das davon abgehalten, das Buch zu lesen. Jedoch stand es in der Onleihe App zum Verleih und ich gab dem ganzen eine Chance.

Das Buch begann für mich wie ein jeder Standard Jugendroman, ohne viel Tiefe und mit oberflächlichen Charakteren. Der Schauplatz wurde lieblos beschrieben und so recht warm wird man mit der Geschichte auch nicht. Ich fühlte mich in meiner Entscheidung definitiv bestätigt, das Buch nur zu leihen und nicht zu kaufen.

Deshalb war ich vollkommen von mir selber überrascht, als sich diese bescheidene Meinung dann doch nach und nach in Begeisterung verwandelte. Woran dies genau lag, werde ich euch in diesem Post näher erläutern.

„Die Rote Königin“ spielt in einer Welt, in der es zwei Bevölkerungsschichten gibt. Zum einen gibt es die Menschen mit rotem Blut, die slumartige Dörfer bewohnen und von Leid und Elend geplagt sind. Dann gibt es die „Menschen“ von silbernem Blut, welche besondere Fähigkeiten besitzen. Sie sind beispielsweise in der Lage, die Elemente zu kontrollieren oder Gedanken zu lesen. Doch statt mit diesen Fähigkeiten Gutes zu tun, unterdrücken sie die Roten und beuten diese für ihre Zwecke aus.

Die Protagonistin der Geschichte ist Mare Barrow, ein rotes Mädchen aus den Armenvierteln. Ihre Brüder wurden alle in den von Silbernen geführten Krieg eingezogen und ihr steht nun das Selbe bevor. Doch ein Unbekannter besorgt ihr einen Job im Palast der silbernen Königsfamilie und so bleibt ihr das fatale Schicksal erspart. Über den Krieg hätte ich übrigens unheimlich gerne mehr erfahren, aber vielleicht kommt das ja noch in den nächsten Bänden.

Im Palast wird sie dann Zeugin der Königinnenkür, einer Art Casting, welches die zukünftige Gemahlin des Kronprinzen Cal hervorbringen soll. Und hier kommen wir an den Punkt, der meine komplette Meinung über das Buch verändert hat.

Durch einen Unfall bei der Veranstaltung kommt heraus, dass Mare Blitze aus ihrem Körper hervorrufen kann und somit ebenfalls besondere Fähigkeiten besitzt, obwohl sie eine Rote ist. Der erste Gedanke war natürlich: wie kann das bitte sein? Das ist doch total unlogisch! Eine richtige Erklärung dazu bekommt man im ersten Band leider nicht. Aber es muss ja spannend bleiben und das ist es ab dem Punkt allemal.

Um die Kontrolle über das unvorhersehbare Ereignis zu behalten, denkt der König sich eine Lüge aus und versteckt Mare im Palast. Sie soll nach außen hin das lang verschwundene Kind eines silbernen Generals verkörpern und das Image der Krone verbessern. Und um die Lüge zu perfektionieren, soll sie Maven, Cals jüngeren Bruder heiraten.

Während Cal der Inbegriff eines jungen Thronfolgers ist, der von seinem Vater über alles geliebt wird und natürlich alles hat, was einen jungen Mann attraktiv macht, ist Maven hingegen der Bruder im Schatten. Der stille und nachdenkliche Zweitgeborene, der nie in seiner Rolle glänzen konnte. Die Beziehung und Geschichte zwischen den Beiden ist ein extrem spannender Bestandteil des Buches und sorgt für so einige schockierende Wendungen.

Mare steht nun zwischen den Stühlen. In Maven scheint sie eine genauso gequälte Seele wie sie selbst gefunden zu haben. Man liebt und leidet laufend mit den Beiden mit und das macht es so schön, die Beziehung zwischen den Beiden wachsen zu sehen ... zumindest bis zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte auf den ich aus Spoilergründen jetzt nicht näher eingehen werde. Wer das Buch bereits gelesen hat, wird das verstehen.

Doch etwas scheint da auch zwischen ihr und Cal zu sein, was sie nicht leugnen kann. So deutet sich zwar ein Liebesdreieck an, jedoch überschattet dieses nicht die wesentliche Bestandteile der Handlung. Im Zentrum der Geschichte steht Mare und ihre besondere Fähigkeit.

Zwischendurch habe ich mir immerwieder die Frage gestellt, in welches Genre ich dieses Buch einteilen würde. Für mich sind Merkmale einer Dystopie erkennbar, jedoch ist der Fantasy Anteil einfach zu hoch, als dass es eine echte Dystopie sein kann. Es wirkt wie eine Mischung aus der Welt von Game of Thrones und den Charakteren von X-Men.

Was sehr für eine Dystopie spricht, ist die Rebellion gegen das Machtgefüge der Silbernen. Unter den Roten formiert sich eine Allianz, welche sich die Scharlachrote Garde nennt und welche mich doch sehr an den Widerstand in „Die Tribute von Panem“ erinnert. Jedenfalls bekommt man ein ähnliches Feeling beim Lesen.

Ich bin in jedem Falle gespannt wie es weitergeht, da mich das Ende des ersten Bandes doch sehr geschockt hat. Mare ruft sich im Laufe der Geschichte immer wieder ihren Leitsatz „Jeder kann jeden verraten“ ins Gedächtnis und dieser bewahrheitet sich am Ende auf bitterste Weise. Ich habe mit Mare auf jede erdenkliche Art mitgelitten, aber im Endeffekt ist es doch genau das, was wir lesen wollen! Aus meiner anfänglichen Ablehnung resultierte jedenfalls ein Kauf des Buches und ich freue mich schon sehr darauf, mich auch von dem Folgeband überzeugen zu lassen.