Freitag, 11. August 2017

Rezension | "Das Reich der Sieben Höfe - Dornen und Rosen" von Sarah J. Maas

Buchinformationen

Originaltitel: A Court of Thorns and Roses | Autor: Sarah J. Maas | Verlag: DTV Verlag
Format: gebunden mit Schutzumschlag | Seiten: 480 Seiten | ISBN: 978-3-423-76163-5
Preis: 18,95€ [D]

Erschienen am 10. Februar 2017
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Reiheninformation

Band 1: Das Reich der Sieben Höfe - Dornen und Rosen
Band 2: Das Reich der Sieben Höfe - Flammen und Finsternis
Band 3: N.N.
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Ich und dieses Buch hatten wirklich ernsthafte Startschwierigkeiten. Der Prolog zog sich hin, der Schreibstil war mir viel zu trocken und ich dachte wirklich, dass ich es nicht weiterlesen würde. Ich konnte es mir überhaupt nicht erklären, wieso dieses Buch so gehypt wird. Dass ich es im Nachhinein aber abgöttisch lieben würde und selbst eine Woche nach Beenden des Buches immer noch daran denken würde, habe ich tatsächlich nicht erwartet. Aber anscheinend ziehe ich solche Bücher in letzter Zeit verstärkt an. Man sollte ein Buch halt nie nach dem ersten Kapitel beurteilen.

Das Buch erzählt die Geschichte von der neunzehnjährigen Feyre, deren Name ich wahrscheinlich nach wie vor nicht richtig aussprechen kann. Sie lebt in einem ärmlichen Menschendorf südlich der Mauer nach Prythian, dem Land der Fae. Als sie im Wald auf der Jagd ist, begegnet sie einem riesigen Wolf, der ihr jedoch nicht feindselig erscheint. Dennoch sieht sie keine andere Möglichkeit als ihn zu töten, um kein Risiko einzugehen und mit dem Leben davonzukommen.

Durch den Verkauf des Wolffelles erhofft sie sich ein gutes Maß an Geld, um für ihre Familie zu sorgen. Ihr Vater ist dazu nicht mehr in der Lage, seit er das gesamte Vermögen der Familie mit einem kaufmännischen Deal verloren hat und seitdem gebrochen ist. Feyres Schwestern sehen sich aber nach wie vor als etwas Besseres und lassen keine Gelegenheit aus, ihr Schicksal zu bejammern. An Feyres Stelle wäre ich wahrscheinlich schon längst von Zuhause abgehauen, jedoch hat sie ihrer Mutter auf dem Sterbebett versprochen, auf die Familie aufzupassen.

Jedenfalls hat die Autorin es wirklich grandios hinbekommen, diesen Teil der Geschichte mit einer derartig hoffnungslosen Atmosphäre auszuschmücken, dass ich tatsächlich paarmal das Bedürfnis hatte das Buch beiseite zu legen und einmal durchzuatmen. Jedoch war ich auch an dem Punkt noch kein richtiger Fan des Buches. Ich hatte die Befürchtung, dass diese negative Atmosphäre sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehen wird und einfach keine Freude dabei aufkommen wird.

Die Stimmung wendet sich jedoch schlagartig, als buchstäblich die Hölle über Feyres Haus hereinbricht. Eine riesige tierartige Gestalt aus Prythian taucht bei ihr auf und fordert einen Tribut für den getöteten Wolf. Denn dieser war ein Fae, genauso wie das Biest. Man hat es ja fast erwartet, nachdem Feyre im ersten Kapitel schon die Vermutung geäußert hat.

Der Fae verweist auf einen Vertrag zwischen den Fae und den Menschen, welcher besagt, dass ein Leben für das andere herhalten muss. Bedeutet: tötet ein Mensch einen unschuldigen Fae, muss dieser sein Leben dafür geben. Feyre, die sich langsam als ziemlich tough erweist, will für ihre Schuld einstehen und macht sich schon mit dem Gedanken vertraut, von dem Tier in Stücke gerissen zu werden. Dieser bietet ihr jedoch eine andere Möglichkeit an.

Sie soll ihr Leben mit ihm am Frühlingshof in Prythian verbringen. Nicht als Sklavin, sowie die Fae früher Menschen bei sich hatten, sondern quasi als Hofmitglied. Da stellt sich mir jedoch die Frage WIESO??? Erst fordert er ein Leben für seinen getöteten Fae Freund und dann sowas? Irgendwas ist da merkwürdig und dieses Gefühl verstärkt sich von Seite zu Seite.

Von Seite zu Seite ist ein gutes Stichwort, denn ab dann wurde das Buch zu einem Pageturner und hat mich vollkommen in seinen Bann gezogen. Mit einem Mal habe ich verstanden, wieso jeder dieses Buch so sehr liebt.

Als Feyre am Frühlingshof ankommt, beginnt die Geschichte dann richtig. Dort erfährt sie von einer Seuche, die den Hof in Angst und Schrecken versetzt und allen Bewohnern langsam ihre Magie raubt. Ich fand es super interessant, als man nach und nach mehr über Prythian erfahren hat und über die Geschichte der Fae. Einige Kreaturen aus der Welt der Fae haben mir wirklich einen Schauer über den Rücken gejagt, was aber auch dem Schreibstil der Autorin geschuldet ist. Am Anfang hat mich dieser wirklich abgeschreckt, aber als Feyre dann am Frühlingshof ankommt, hat sich das Blatt echt gewendet. Die Geschichte ist so anschaulich erzählt, dass einem regelrecht ein Film vor Augen abläuft. Man kann gar nicht anders, als sich alles bildlich vorzustellen.

In ihrem neuen Zuhause findet Feyre heraus, dass der Fae der sie ihrer Heimat entrissen hat, auf den Namen Tamlin hört und der High Lord des Frühlingshofes ist. Feyre macht währenddessen keinen Hehl aus ihrem unverblümten Hass gegen die Grausamkeit der Fae, jedoch findet sie schnell heraus, dass der Frühlingshof alles andere als grausam ist. Tamlin versucht ihr ein schönes Leben in seinem Anwesen zu bereiten und einmal mehr fragt man sich, was das ganze eigentlich soll. Hier geht es doch um mehr, als einen Vertrag zwischen Menschen und Fae.

Es wird immer mysteriöser und dann taucht plötzlich jemand auf, auf den man eigentlich das ganze Buch hindurch gewartet hat. Ich zumindest. Denn auf sämtlichen Social Media Kanälen sieht man in Verbindung zu dem Buch eigentlich nur einen Charakter mit Feyre: Rhysand, der mysteriöse Fremde vom Hof der Nacht. Bei seinem ersten richtigen Auftritt bedroht er Tamlin im Auftrag einer unbekannten Macht und Feyre vermutet, das doch mehr hinter der Geschichte über den Frühlingshof steckt, als man ihr erzählen will.

Ihre Vermutung wird schnell zur bitteren Gewissheit und Feyre sieht sich ihrem größten Alptraum gegenüber. Gut für uns, dass wir währenddessen mehr über Rhysand lesen können. Er ist definitiv nicht das, für was man ihn auf den ersten Blick hält. Aber das Bild des mysteriösen Fremden passt einfach zu gut zu ihm und plötzlich versteht man, wieso alle Leute Rhysand und Feyre so vergöttern. Ich habe es so genossen die Szenen mit den beiden zu lesen, es hat einfach so süchtig gemacht. Die Chemie und die Interaktionen zwischen den Beiden ist einfach auf den Punkt und ich hoffe einfach so sehr, dass man viel mehr über Rhysand und seine Geschichte im Folgeband erfährt.

Insgesamt bin ich ein großer Fan der Geschichte geworden und werde mir die Reihe sehr wahrscheinlich auch auf Englisch kaufen. Das ist eigentlich immer ein Zeichen für mich selber, dass mich ein Buch komplett für sich eingenommen hat. Feyre ist eine wahnsinnig interessante Protagonistin, von der ich einfach gerne noch mehr lesen möchte. So verhält es sich aber tatsächlich fast mit allen Charakteren, weil jeder für sich seinen individuellen Charme hat. Natürlich hat Rhysand es mir besonders angetan, gebe ich ja zu. Ich möchte einfach viel viel mehr aus der Welt der Fae lesen und ich habe nicht das Gefühl, dass ich so schnell genug davon bekommen werde. Ein toller Auftakt zu einer vielversprechenden Buchreihe.

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